Kaum kommt der Herbst, schon habe ich eine Erkältung, das ist schon fast normal, aber dennoch nervig, zumal sie zum ungünstigsten Zeitpunkt kam. Eigentlich wollte ich die letzten Tage des Augusts nutzen, um den Rückstand aufzuholen, der sich durch meinen Familienbesuch angesammelt hatte – allerdings bin ich derzeit einfach nur begrenzt leistungsfähig und schreibe daher deutlich weniger, als ich sonst an einem Tag schaffen könnte. Nun habe ich beschlossen, zumindest den Rest dieser Wochen, in Arbeitstagen gerechnet also heute und morgen, ein wenig kürzer zu treten. Schließlich habe ich noch den ganzen Monat, um das Defizit wieder aufzuholen. Ich hoffe einfach mal, das mein Körper damit einverstanden ist, ab Montag wieder etwas mehr zu arbeiten. Vor allem mein Kopf sollte einverstanden sein, dem fällt gerade nämlich nicht allzu viel ein. Ich mag mein Dasein als Selbstständige wirklich, aber die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vermisse ich schon sehr. Jedenfalls denke ich, dass es mehr bringt, ein paar Tage etwas weniger zu tun und das später wieder aufzuholen, als mich zu zehn Stunden Arbeit zu zwingen, wenn mein Körper bereits nach einer nach einer Pause schreit. Ich hoffe, er ist mit dem Kompromiss, sich dafür ab nächster Woche mehr anzustrengen, einverstanden, denn ansonsten bleibt nicht mehr viel von meinem Puffer übrig. Der Monat ist noch lang, und drei Viertel sind schon weg – also drückt mir die Daumen, dass ich bald wieder fit bin. Sobald es so weit ist, werde ich mich dann mal darüber auslassen, wie schön es ist, einen strukturierten Tag zu haben – den schaffe ich mir gerade an, denn der September ist mein Trainingsmonat fürs Studium. Ab Montag will ich versuchen, herauszufinden, wie viel Zeit ich durch effizienteres Arbeiten reinholen kann – jetzt wäre das Ergebnis aus den genannten Gründen ohnehin wenig realistisch. Strategien habe ich dafür schon, in den kommenden Tagen erkläre ich euch, wie sie aussehen.
Wie ich in den Nachrichten gehört habe, beginnt aus Sicht der Meteorologen heute der Herbst – und prompt scheint die Sonne – ich wusste schon immer, dass das die beste Jahreszeit ist. Es ist doch schön, dass sich das Wetter zum meteorologischen Jahreszeitenwechsel von seiner besten Seite scheint – wenn das schon einige Menschen nicht tun, beispielsweise ein Buchautor, der gerade so viel Medienhype abbekommt, dass ich seinen Namen aus Protest hier nicht nennen werden. Kleiner Tipp: Am Montag war er bei Beckmann zu Gast und hat sich weniger blamiert, als er hätte können. Der Hauptgrund dafür lag in der Gesprächsführung. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man so jemanden nicht ernst nehmen kann, sollte der Moderator zumindest den Anschein erwecken, dies zu tun. Indem eine Sendung von vornherein so geführt wird, dass es den Eindruck macht, ihr einziger Zweck bestehe darin, einen Gast bloßzustellen, indem man vier andere und den Moderator auf ihn loslässt, verkommt sie zur Farce. Hätte man stattdessen versucht, mit dem umstrittenen Autor ein eher unaufgeregtes, aber ernstes Gespräch zu führen und sich auf weniger andere Gäste beschränkt, wäre wahrscheinlich beim Zuschauer ein ganz anderer Eindruck entstanden. Ist es denn notwendig, auch noch den Eindruck zu erwecken, besagter Herr würde von der Öffentlichkeit unfair behandelt? Bleibt abzuwarten, ob die Sendung “Hart aber fair” ihrem Namen gerecht wird und es schafft, etwas weniger unausgewogen an die Sache heran zu gehen. Ich bin gespannt.
Als es im Sommer schrecklich heiß und ich unendlich träge war, habe ich dem Regen versprochen, mich nicht mehr über ihn zu beschweren. Nun könnte ich über die Kälte herziehen, der habe ich nichts versprochen, aber ich möchte stattdessen in eine andere Richtung gehen. Heute nutze ich meinen Blog dafür, um die Vorzüge kalten und nassen Wetters zu erläutern. Ja, die gibt es, und zwar nicht zu knapp, zumindest aus meiner Sicht. Oder ist es nicht schön, es sich in eine warme Wolldecke gekuschtelt auf dem Sofa gemütlich zu machen. Auch heiße Schokolade schmeckt gleich doppelt so gut, wenn Wolken den Himmel verdunkeln und dicke Wassertropfen auf die Erde fallen. Außerdem arbeite ich bei Regen viel lieber, weil mir nicht hundert Dinge einfallen, die ich eigentlich viel lieber tun würde. Genau genommen gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur – nein, nicht schlechte Kleidung, auch wenn dieser abgedroschene Spruch natürlich viel Wahrheit in sich trägt – eine falsche Einstellung zu den bestehenden Wetterverhältnissen. Zumindest bei Kälte und Regen, gegen die kann man nämlich etwas tun. Gegen Hitze nicht so sehr, daher bildet die in meinen Augen einen Ausnahmefall. Andere können das anders sehen. Ich jedenfalls habe beschlossen, den Regen zu mögen. Das hat auch einen Vorteil: Ich werde am Rest dieses “Sommers” sicher noch viel Freude haben.
Meine beschauliche Heimatstadt schafft es derzeit recht oft in die Medien. Der Grund dafür sind die Proteste gegen Großprojekt Stuttgart 21, bei dem nun mit dem Abriss der Seitenflügel des Hauptbahnhofs begonnen wurde. So lebhaft war es in Stuttgart schon lange nicht mehr. Nicht, dass hier nicht demonstriert würde – es gab Demos gegen den Irakkrieg und Kundgebungen der Ärzteschaft – aber ein derartiges Durchhaltevermögen im Protestieren ist für die Schwabenmetropole (von der manche behaupten, sie sei eher ein großes Dorf) außergewöhnlich. Ob es etwas bringt, ist die andere Frage, was nicht heißen soll, dass ich den Protest nicht befürworte, ganz im Gegenteil. Ich finde, jeder sollte für das eintreten, was ihn bewegt, und wenn das ein Bauprojekt ist, das Milliarden verschlingt und das Gesicht der kompletten Innenstadt verändern wird, ist das geradezu verständlich. Ich gebe aber offen zu, froh zu sein, gerade nicht in regelmäßig in die Stadt zu müssen. Das wäre mir zu anstrengen, zu viel Lärm, zu viele Menschen, und das finde ich schon, wenn gerade nicht protestiert wird. Müsste ich täglich am Bahnhof vorbei, würde meine Sympathie für die Protestler wahrscheinlich schleichend schwinden, dadurch, dass ich es nicht muss, kann ich sie mir bewahren. Den Rest des Beitrags lesen »
Nein, eher mehr, kann ich zumindest momentan sagen. Gut, das liegt hauptsächlich daran, dass ich deutlich weniger gearbeitet habe, als meine Mutter zu Besuch war, und danach ja auch noch ein paar Tage bei meinem Vater verbracht habe. Daher habe ich gerade eine sehr arbeitsintensive Zeit, in der ich hauptsächlich mit Arbeit, Nahrungsaufnahme und dem nächtlichen Erholungsschlaf beschäftigt bin. So wird es noch bis Ende des Monats sein, im September kann ich es dann zumindest ein wenig ruhiger angehen lassen, wenn auch nicht viel, denn meine Studiengebühren wollen ja auch bezahlt werden, Pardon, meine Bezugsgebühren für das Studienmaterial. Der andere Name ändert aber nichts daran, dass es Geld kostet, und das nicht zu knapp. Das ist schon in Ordnung, und die Fernuni ist um einiges günstiger als die meisten privaten Fernlehrinstitute. Ich zahle sogar weniger als einer klassischen Präsenzuni, und das obwohl ich das Studienmaterial sogar zugeschickt bekomme – oder vielleicht deshalb? Immerhin gibt es ja die klassischen Vorlesungen nicht, beziehungsweise nur während einzelner Präsenzseminare. Ich hätte natürlich auch einfach etwas weniger bestellen können – aber je mehr Material ich vor mir habe, desto besser arbeite ich. Den Rest des Beitrags lesen »
Im letzten Zeitmagazin, der Beilage der von mir hoch geschätzten Wochenzeitung “Die Zeit”, drehte sich alles um die Generation derjenigen, die heute 18 Jahre alt sind. Neben Erfahrungsberichten von verschiedenen Charakteren hab es auch eine Statistik, die durchaus Grund zur Hoffnung gibt, auch und gerade für den Literaturmarkt. Immerhin 24 Prozent haben angegeben, dass sie mehrmals wöchentlich Bücher lesen. Im Vergleich mit dem Fernsehen, dem Internet und Treffen mit Freunden, die allesamt 90 Prozent oder mehr erreichen, sieht das zwar eher mager aus, und auch der Sport liegt noch deutlich vor der Literatur. Viel interessanter ist aber, welche Aktivitäten das Bücherlesen hinter sich gelassen hat: Shoppen, Partys und Clubs – wenn das mal kein Grund zur Freude ist. Einige Auszüge aus den Artikeln könnt ihr übrigens auf den Webseiten der Zeit nachlesen, die Statistiken habe ich dort leider nicht gefunden, wer sich für das Thema interessiert, sollte sich also eventuell die Printausgabe besorgen. Den für mich wichtigsten Punkt habe ich aber bereits genannt: Fast jeder Vierte liest mehrmals wöchentlich in einem Buch. Ist das nicht schön? Meiner bescheidenen Meinung nach ist es das, denn ich freue mich immer wieder, wenn andere Menschen meine Leidenschaft für Bücher teilen. Außerdem zeigt es deutlich, dass die ganzen Problemberichte, die in manchem Medien auf der Tagesordnung stehen, eben nur eine Seite der Medaille sind. Gut, mir war das auch schon vorher klar, ich gehöre nicht zu den Menschen, die eine ganze Generation als Komasäufer abstempeln, nur weil immer wieder über diese Problematik berichtet wird. Ich freue mich aber dennoch immer wieder über solche positiven Meldungen.
Eigentlich hatte ich ja angekündigt, gestern bereits aus dem kurzen Urlaub zurückzukehren. In der Tat war ich bereits seit Dienstag Nachmittag daheim, musste aber erst etwas enorm Wichtiges erledigen: Meine Einsamkeit genießen. Leider wurde der Genuss etwas von einer bösen Erkältung getrübt, die mich seit einigen Tagen plagt, aber es ist dennoch herrlich, wieder daheim zu sein, und noch viel herrlicher, wieder allein zu sein. Ich habe beschlossen, endlich dazu zu stehen, dass ich eher ein Einzelgänger bin. Das bedeutet nicht, dass ich generell keine Gesellschaft mag – hin und wieder begebe ich mich sehr gerne unter Menschen, suche aber noch nach welchen, die meine Interessen teilen. Meinem bisherigen Freundeskreis habe ich mich schrittweise entfremdet, ein neuer ist noch nicht gefunden, aber eigentlich finde ich das gar nicht so schlimm.
Ab heute bin ich für einige Tage bei meinem Vater auf der schwäbischen Alb. Am Montag fahren wir ins Elsaß, wo ich bis Mittwoch bleiben werde. Ab dem 19. August bin ich dann wieder in Stuttgart und werde die letzten Tage mal in meinem Blog Revue passieren lassen. Ach ja, die Redaktion von Maybrit Illner hat übrigens geantwortet, das Feedback wird also zumindest gelesen, das ist auf jeden Fall schon mal positiv. Ich bin gespannt, ob vielleicht doch irgendwann mal ein Gast zu sehen sein wird, der auch mal die Belange der Selbständigen zur Sprache bringt.
So, meine lieben Leser, ab heute ist meine Mutter mit ihrem Ehemann bei mir zu Gast. Die erste “Bewährungsprobe” habe ich bereits bestanden – meine seltsame Kuchenkreation hat den beiden sehr gut geschmeckt, und auch der höchstpersönlich eingekochte Orangensprudel hat großen Anklang gefunden. Morgen lasse ich mich dann in den Zoo schleppen, obwohl ich eigentlich keine große Freundin solcher Tierparks bin – aber was tut man nicht alles für die liebe Familie. Da ich mich nicht nur um die beiden kümmern, sondern nebenbei auch noch ein klein wenig Geld verdienen muss, werde ich in den kommenden Tagen wohl etwas weniger von mir hören lassen. Ach ja, nur so nebenbei habe ich tatsächlich einen Zuschauerbrief an das ZDF geschrieben. Ich rechne nicht wirklich mit einer Antwort, werde euch aber selbstredend informieren, falls ich wider Erwarten doch eine erhalten werde.
Ich weiß, dass ich über dieses Thema bereits geschrieben habe, aber das ändert schließlich nichts an der Aktualität. Gestern gab es wieder einmal eine Ausgabe von Maybrit Illner, in der über den Arbeitsmarkt diskutiert wurde, hauptsächlich über den Niedriglohnsektor. Für mich steht außer Frage, dass jeder so viel verdienen sollte, dass er davon auch leben kann, und ich sehe da vor allem die Unternehmen in der Pflicht, ordentliche Löhne zu zahlen. Gegen einen gesetzlichen Mindestlohn hätte ich nichts einzuwenden, kann aber nicht beurteilen, inwieweit das Argument, dieser würde Arbeitsplätze vernichten, der Realität entspricht. Jedenfalls finde ich, dass der Staat nur aufstocken sollte, wenn sich ein Unternehmen einen ordentlichen Stundenlohn tatsächlich nicht leisten und dieses auch nachweisen kann. Aber das ist eine andere Sache. Einmal mehr ist mir aufgefallen, dass es stets nur um angestellte Wenigverdiener geht, die Situation vieler Selbständiger aber nicht zur Sprache kommt. Mir selbst geht es verhältnismäßig gut. Zwar sind an einer Stelle Aufträge weg gebrochen, ich habe aber zum Glück die Möglichkeit, dies an anderer Stelle wieder auszugleichen. Zwar hat sich eine finanzielle Lücke ergeben, die ich erst wieder ausgleichen muss, aber das ist machbar, und wenn es weiter so gut läuft bin ich da bald wieder auf dem Laufenden. Es gibt aber etliche Selbstständige, bei denen es anders läuft und die bei fehlenden Aufträgen um ihre Existenz kämpfen müssen. Genau dies wurde einmal mehr nicht erwähnt, was ich schade finde, da ich dadurch das Gefühl habe, zu einer Bevölkerungsgruppe zu gehören, die in der öffentlichen Diskussion nicht wahrgenommen wird. Vielleicht sollte ich mich in einem Zuschauerbrief an den Sender wenden und darauf aufmerksam machen, dass sie den Fokus doch auch einmal auf die Selbstständigen und Freiberufler setzen sollten. Natürlich haben sich viele aus freien Stücken für diese Arbeitsform entschieden, auch ich habe dies getan, das bedeutet aber noch lange nicht, dass wir nicht auch mit Problemen zu kämpfen hätten. Gerade Kleinunternehmer kann eine nicht bezahlte Rechnung von entsprechendem Wert schnell in finanzielle Schwierigkeiten bringen – ich habe das selbst erlebt und weiß daher, wovon ich rede, beziehungsweise schreibe. Es wäre also schön, wenn mal jemand auch an uns denken würde.